Archiv der Kategorie 'Heim'

Kommuniqué zum Rückrundenstart

Moin 05-Fans!

Lange war es im wahrsten Sinne des Wortes still um unsere Fanszene. Seit dem Abstieg aus der Landesliga im letzten Sommer, gab es unsererseits keinen akustischen oder optischen Support mehr. Die Frustration der letzten Jahre ist auch an uns nicht spurlos vorbei gegangen, weshalb wir zu Beginn dieser Saison die Reißleine gezogen haben. Wir werden an dieser Stelle nicht die unzähligen Tiefschläge und Verfehlungen der letzten Jahre aufzählen, die sich unser Verein geleistet hat, vielmehr wollen wir mit euch nach vorne schauen. Sicherlich ist trotz der jüngsten sportlichen Erfolge unserer Mannschaft nicht alles Gold was glänzt. Unser Verein ist immer noch nicht so aufgestellt wie es sein sollte, es fehlen Ehrenamtliche, Sponsoren und Infrastruktur im Stadion. Und auch diese unsägliche Liga sollten wir so schnell wie möglich wieder Richtung oben verlassen. Trotzdem gilt es an dieser Stelle denen zu danken, die Woche für Woche alles dafür geben, dass es weiter geht. Sicherlich ist die Art und Weise wie der Verein momentan funktioniert hinterfragbar, dennoch geben einige wenige Alles und dafür sind wir dankbar!
Innerhalb der aktiven Fanszene wurde während der Winterpause wild diskutiert, wie wir mit der aktuellen Lage umgehen sollen. Gemeinsam sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass wir den Support wieder aufnehmen werden. Wir, die Fans von Göttingen 05, egal ob Ultras, Kutten,Skinheads oder Allesfahrer_innen, sind das, was 05 aus- und besonders macht. Jede_r der_die am Sonntag den Schwarz-Gelben Schal umlegt, trägt seinen Teil dazu bei, 05 einzigartig zu machen. Wir sind nicht irgendein Vorstadtverein, wir sind Göttingen 05 und das wollen wir auch im Stadion wieder allen zeigen. Dabei werden wir weiterhin kritisch bleiben und unser möglichstes außerhalb des Stadions geben, damit es wieder voran geht. Wir laden euch alle ein ein Teil davon zu sein. Jede Stimme, jede Idee, jede helfende Hand kann etwas in und um den Verein bewegen.
Wir wollen euch außerdem einladen, vor und nach den Spielen in den Fanraum zu kommen. Hier habt ihr die Möglichkeit die Fanszene besser kennen zu lernen, euch zu beteiligen und auch bei Ideen für den 1.SC helfen wir euch gerne weiter. Aber auch wenn ihr einfach nur in netter Runde etwas trinken wollt, seid ihr herzlich willkommen!

Alle für 05 –
Für immer 05!

BLOCK-F &
RSG ULTRAS

Antifa Ultras unite!

In der Regionalligapartie zwischen dem SV Babelsberg 03 und Energie Cottbus reagierte ein Fan von 03 auf wiederholtes rassistisches und antisemitisches Verhalten aus dem Gästeblock mit einem „Nazischweine raus“. Diese Aussage nahm der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) als Teilbegründung einer Strafe gegen 03. Aufgrund von einem hohen Druck auf den Verband durch die Presse, diverser Vereine und des DFBs hat der Verband mittlerweile zugegeben, dass die Auflistung dieser Aussage in der Urteilsbegründung ein „Stilfehler“ sei und die Strafe sich hauptsächlich auf den Einsatz von Pyrotechnik beziehe. Das Verhalten von Cottbusser Nazis wurde dennoch bis heute nicht belangt.
Der SV Babelsberg weigert sich folgerichtig die Strafe unter diesen Umständen zu bezahlen.

Wir solidarisieren uns mit allen Antifaschist_innen die für nazifreie Kurven kämpfen, egal ob in Babelsberg, Duisburg oder Anderswo!

Nazischweine raus aus den Stadien!

Kicker, Kämpfer, Legenden – Juden im deutschen Fußball

Supporters Crew 05 e.V. zeigt Ausstellung „Kicker, Kämpfer, Legenden – Juden im deutschen Fußball“

Mit Ausstellung und Vortragsreihe startet die Supporters Crew nach überstandener Fanszenen-Weihnachtsfeier und einem Film unserer Freunde aus Oldenburg mit ihrem Frühjahrsprogramm ins neue Jahr.
Im März gastiert die Ausstellung „Kicker, Kämpfer, Legenden – Juden im deutschen Fußball“ in unseren Räumlichkeiten in der OM10. Die vom Centrum Judaicum in Berlin konzipierte Ausstellung wurde dort zunächst nach der Fußballweltmeisterschaft 2006 gezeigt und wird heute über die Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau verliehen. Sie ist vom 7.–23. März zu sehen und wird von einer Vortragsreihe begleitet.
Wir haben uns mit dieser Ausstellung und der begleitenden Vortragsreihe für ein Thema entschieden, dass sich auf den Alltag der jüdischen Bevölkerung in Deutschland in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bezieht. Die Ausstellung veranschaulicht die Bedeutung jüdischer Fußballer, Trainer, Journalisten und Funktionäre für die Entwicklung unseres Lieblingssports. So spielten in der Phase der Etablierung des Fußballs viele jüdische Bürger eine Pionierrolle.
Die Ausstellung erinnert an diese Wegbereiter, wie Julius Hirsch, der Deutscher Meister wurde, für die Nationalmannschaft auflief und Namensgeber ist für einen jährlich vom DFB vergebenen Preis, mit dem Personen, Initiativen und Vereine ausgezeichnet werden, die Zivilcourage zeigen und Zeichen setzen gegen Antisemitismus, Rassismus und andere Diskriminierungsformen. Sie erinnert an Kurt Landauer, den jüdischen Präsidenten des FC Bayern München, in dessen Amtszeit die Elf um den jüdischen Trainer Richard Dombi den ersten Meistertitel nach München holte, oder Walther Bensemann, einem der Gründer des DFB, Organisator der ersten internationalen Begegnung einer deutschen Auswahlmannschaft sowie Gründer der Fußballzeitschrift „Kicker“. Die Ausstellung zielt drauf ab, diese einst in der Öffentlichkeit umjubelten Pioniere und ihre Verdienste wieder in Erinnerung zu rufen und das jähe Ende ihrer Karrieren nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Mehr Infos und Öffnungszeiten hier

Veranstaltungen im Fanraum

Die Winterpause rückt näher, nichtsdestotrotz erwarten euch und uns eine Vielzahl von Veranstaltungen in den kommenden Monaten. Weitere Termine folgen!

Kommuniqué zum Saisonstart

Kommuniqué der Rasensportguerilla zum Start der Saison 2017/18

Liebe 05-Fans, lieber Block F,

eigentlich sollte das Jahr 2017 ein erfreuliches für unsere Gruppe werden, konnten wir doch im März das fünfjährige Bestehen der Rasensportguerilla feiern. Doch mit dem Abstieg in die Bezirksliga wurde die vergangene Saison wohl zur bittersten seit der Insolvenz des 1. SC Göttingen 05 im Jahr 2003 und nach vier sportlichen Abstiegen in vier Jahren, stellt die Realität in der nunmehr 7. Liga für uns den absoluten Tiefpunkt der letzten Jahre dar. Unser Verein hat sich mittlerweile in eine Richtung entwickelt, an die vor fünf Jahren niemand nur im entferntesten gedacht hat. Als 05 in der Saison 2012/13 in das zweite Oberligajahr in Folge startete konnte unsere Fanszene noch positiv und mit Zuversicht in die Zukunft blicken. Das Jahnstadion war regelmäßig mit über 1000 Zuschauern verhältnismäßig gut besucht, man konnte seit langer Zeit wieder Spitzenspiele in der Oberliga erleben und Göttingen 05 wurde vom Rest der Stadt gehasst, weil wir einfach gut waren. Viele die in dieser Phase oder noch zu Zeiten der Benzstraße 05 für sich entdeckt haben genossen die familiäre Atmosphäre, das diskriminierungsfreie Klima und die Vorzüge des Amateurfußballs in den unteren Ligen.

Doch unser Antrieb als junge Ultragruppe begründete sich stets auf die über 100-jährige Tradition unseres Vereines. Auf die unzähligen Fotos und Legenden und auf die Erzählungen von denjenigen, die die Seele des Vereins bewahrt haben. Leute die 05 noch in der zweiten Liga haben spielen sehen und immer noch im Stadion stehen. Die unseren Verein zu Grabe getragen haben und trotzdem noch 05er waren, als es ihn gar nicht mehr gab. Diejenigen, die die Kurve von Nazis befreit haben und damit den Freiraum geschaffen haben in dem wir heute stehen dürfen. Diese Menschen haben den 1. SC Göttingen 05 für uns zu etwas viel Größerem gemacht. Unser gemeinsamer Traum war es, zurück zu alter Stärke zu finden und 05 in die Ligen zu begleiten, in die der Verein gehört. Nennt uns naiv oder verrückt, aber wir wollten wieder in großen Stadien spielen, Pokale holen, namhafte Gegner haben und uns mit anderen Fanszenen im Stadion messen. Für diesen Traum haben wir gemeinsam gekämpft und uns dafür unzählige Stunden um die Ohren gehauen.

Bis zur letzten Sekunde haben wir alles dafür getan, um den Abstieg zu verhindern. Wir haben 90 Minuten lang gesungen, als das Stadion bereits leer gespielt war. Wir haben Woche für Woche Auswärtsfahrten in die tiefste niedersächsische Provinz organisiert, obwohl wir viel zu oft mit leeren Händen zurückkehren mussten. Wir haben Choreos gemalt, neue Lieder gedichtet und unsere Fahnen wehen lassen, als andere mit Göttingen 05 schon längst abgeschlossen haben. Und wir sind in jede neue Saison mit der Hoffnung gestartet, dass es wieder aufwärts geht – um am Ende doch wieder enttäuscht zu werden. Während unzählige Spieler, Trainer, Vorstände und Betreuer gekommen und bald auch wieder abgehauen sind, haben wir jedes einzelne Spiel mitgemacht. Zwar mussten 05-Fans schon immer tapfer und leidensfähig sein, doch der sportliche Talflug der letzten Jahre ist auch an unserer Fanszene nicht spurlos vorbeigegangen.

Der Support wurde leiser, die Auswärtsbusse wurden leerer und die Choreos immer seltener. Mittlerweile sind die Durchhalteparolen zum Normalzustand geworden und uns ist klar, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Daher haben wir beschlossen auf unbestimmte Zeit den akustischen und optischen Support im Stadion einzustellen. Wir werden keine Lieder mehr singen, keine Choreos mehr durchführen und auch keine Auswärtsbusse mehr anbieten. Dieser Schritt fällt uns nicht leicht und wir wollen damit die neue Mannschaft und den Trainer gewiss nicht im Stich lassen. Vielmehr fehlt uns momentan schlicht und einfach die Kraft, um so weiterzumachen wie bisher und damit unseren eigenen Ansprüchen als Ultragruppe gerecht zu werden.

Nichtsdestotrotz werden wir weiterhin JEDES Spiel unseres Vereins begleiten und der Mannschaft zeigen, dass sie nie alleine ist. Jeder Spieler wird sehen, dass 05 immer noch einzigartig und in Göttingen alternativlos ist und jedes Dorf in der Bezirksliga wird merken, wenn wir zu Besuch sind. Wenn nicht durch den Zuschauerrekord des Jahres, dann daran, dass wir auch weiterhin das Maul aufreißen werden, wenn jemand versucht unsere Mannschaft zu bescheissen.

Und vielleicht überwiegen bald ja schon wieder die freudigen Tage, die uns daran erinnern werden warum wir uns diesen ganzen Wahnsinn so gerne antun. Wenn der Stadionbesuch wieder mit tagelanger Vorfreude beginnt und wir in der Woche danach über nichts anderes mehr reden wollen. Wenn sich die Fahrt durchs Hinterland wie ein Triumphzug anfühlt und der Verein wieder bereit für größere Aufgaben ist. Dann wird die Rasensportguerilla da sein und im Block F wieder bei jedem Spiel durchdrehen. Bis dahin wollen wir den Verein kritisch begleiten, die richtigen Fragen stellen und nicht locker lassen bis es wieder aufwärts geht.

Friendship never ends!

Rasensportguerilla August 2017